Geschichte

Um die frühe Geschichte Nepals ranken sich zahlreiche Legenden. Wenig ist schriftlich überliefert und es gibt teils mehr Mythen als echte historische Dokumente. Dies sollte bei den frühen Ereignissen in der Geschichte Nepals unbedingt berücksichtigt werden.

 

 Jahr Ereignis
Um 800 v. Chr. Die Gopala-Dynastie beherrscht das Kathmandu-Tal.
Um 200 n. Chr. Die Somabansi aus Nordindien kommen nach Nepal und führen während ihrer Herrschaft das hinduistische Kastensystem ein.
300 - 700 Im Kathmandu-Tal übernimmt die indische Licchavi-Dynastie die Herrschaft. Es folgt eine Blütezeit der Architektur und der Kunst, zwischen Indien, Tibet und Nepal findet ein reger kultureller Austausch statt.
700 – 1200 Verschiedene indische Fürsten regieren nacheinander Nepal, es ist eine Zeit der Instabilität und Zersplitterung. Nepal ist in viele einzelne Königreiche aufgeteilt.
Ab 1220 Jayasthiti Malla gelingt es, das gesamte Gebiet zu vereinen. Es folgt die langjährige Phase der Malla-Dynastie, während dieser eine starke Hinduisierung Nepals stattfindet.
1428 Nepal wird in drei Königreiche geteilt: Kantipur (Kathmandu), Lalitpur (Patan) und Bhdgaon (Bhaktapurs). Eine Hochzeit der Architektur: Zahlreiche Paläste und Pagoden werden gebaut, die Durbar Squares entehen.
18. Jahrhundert Der Gorkhafürst Prithvi Narayan Shah erobert das Gebiet. Unter seiner Herrschaft eint er ganz Nepal und beginnt bald, das Territorium auszuweiten. Dafür werden Teile Nordindiens angegriffen.
1814-1816 Die Streifzüge nach Indien lösen einen Krieg mit der britischen Kolonialmacht aus. Die Gorkhas verlieren diesen ungleichen Kampf und Nepal wird von der britischen Kolonialregierung abhängig.
1816-1844 Es folgt eine unruhige Zeit voller Intrigen, in der zahlreiche Minister ermordet werden.
1846 Der Offizier Jung Bahadur Kanwar tötet bei einer Versammlung alle politisch Andersdenkenden – das sogenannte Festungsmassaker.
1846-1877 Jung Bahadur Kanwar Rana regiert mit seiner Familie das Land und legt den Grundstein für die Rana-Ära.
1877-1914 Die Rana-Dynastie wird durch Uddip Rana und Bir Shamsher Rana fortgesetzt. Während ihrer Herrschaftszeit entstehen zahlreiche riesige Paläste, die sich an europäischer Architektur orientieren. Nepal ist bis auf diese Einflüsse weitgehend isoliert.
1914 Chandra Shamsher Rana schickt Gurkha-Krieger in den 1. Weltkrieg, um die Briten zu unterstützen.
1923 Nepal wird von Großbritannien als unabhängiger Staat anerkannt.
1934 Ein massives Erdbeben zerstört viele Gebäude im Kathmandu-Tal, Tausende Nepalis kommen bei der Erschütterung ums Leben.
1939-1945 Im 2. Weltkrieg kämpfen erneut nepalesische Gurkhas für die Briten.
1947 Der Nepalesische Nationalkongress wird gegründet und König Tribhuvan weitgehend entmachtet.
1951 Eine Koalitionsregierung wird initiiert und Nepal öffnet sich sowohl wirtschaftlich als auch politisch.
1953 Der neuseeländische Bergsteiger Edmund Hillary und der Sherpa Tensing Norgay sind die ersten Menschen auf dem Mount Everest.
Ab 1955 König Mahendra kommt an die Macht und verbietet 1962 alle politischen Parteien. Stattdessen wird das Panchayat-System eingeführt, d.h. die „Versammlung der Fünf“, das eine Art dörfliche Selbstverwaltung zusätzlich zum Parlament darstellt.
1980 Das Panchayat-System wird unter König Birendra Bikram Shir Shah per Volksentscheid bestätigt. Das Panchayat ist jedoch nahezu machtlos, der König ist quasi alleiniger Herrscher. Unzufriedenheit macht sich in der Bevölkerung breit, doch Oppositionelle werden unterdrückt und eingesperrt.
1989 Fast alle Handelsrouten werden geschlossen, es kommt zu einer Knappheit an Lebensmitteln und Benzin. Die Treibstoffblockade wird erst nach neun Monaten aufgehoben. Die Opposition wirft der Regierung Korruption vor und schließt sich zusammen.
1990 Demonstrationen und Streiks zugunsten einer echten Demokratie finden statt, einige werden brutal zerschlagen. Am 6. April eskaliert die Situation, als Hunderte Menschen bei einer Demonstration vor dem Königspalast erschossen werden. König Birendra gibt dem Druck nach und stimmt einem Mehrparteiensystem zu. Eine Übergangsregierung wird gebildet.
1991Die ersten Wahlen in einem demokratischen Mehrparteiensystem finden statt.
1993-1995Die Opposition wirft der Regierung um Premierminister Koirala Korruption vor und fordert seinen Rücktritt. Gewaltsame Demonstrationen und Streiks folgen.
1995Es finden Neuwahlen statt, die die Kommunistische Partei gewinnt. Sie stellt nun den neuen Premierminister – Manmohan Adhikary. Durch ein Misstrauensvotum wird jedoch noch im gleichen Jahr die Regierung gestürzt, Neuer Premierminister wird Sher Pahadur Deuba, Mitglied des Nepali Congress.
1995-1998Schnelle Regierungswechsel folgen. In der Bevölkerung steigt erneut die Unzufriedenheit, in den abgelegenen Gebirgsregionen formieren sich die sogenannten „Maoisten“ und greifen Ziele in Kathmandu an.
2001Prinz Dipendra erschießt unter Drogeneinfluss seinen Vater Birendra und weitere Familienmitglieder. Der Bruder Birendras – Gyanendra – wird zum neuen König gewählt.
2001-2008Die Maoisten führen ihren Kampf gegen die königliche Herrschaft fort. Bald bringen sie weite Teile Nepals unter ihre Kontrolle. 2006 wird ein Friedensabkommen zwischen Regierung und Maoisten ausgehandelt.
2008Bei Wahlen gehen die Maoisten als Sieger hervor, neuer Premierminister wird ihr Anführer Prachanda. Im Mai desselben Jahres wird die Abschaffung der Monarchie beschlossen und Nepal zur Bundesrepublik erklärt.
2009-2010Prachanda gibt seinen Posten als Premierminister ab, Übergangsminister wird Madhav Kumar Nepal. Bei zahlreichen Abstimmungen kann sich das Parlament nicht auf einen neuen Premierminister einigen. Nepal bleibt führungslos.
2011Baburam Bhattarai wird zum neuen Premierminister gewählt.
2011-2013Eine neue Verfassung soll ausgearbeitet werden, ihre Bekanntmachung jedoch über mehrere Monate verschoben. Noch immer gilt die Interimsverfassung von 2007. Für den Herbst 2013 sind Neuwahlen versprochen