Muktinath

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In Mustang befindet sich ein kleines Bergdorf namens Muktinath-Chumig Gyatsa, auch Muktichetra genannt. Schon etwa 1000 v.Chr. war dieser Ort das Ziel vieler Pilger und das ist er bis heute geblieben. Interessanterweise ist Muktinath für Buddhisten und Hindus gleichermaßen ein heiliger Ort. Während die Buddhisten vor allem wegen einer Ergasflamme anreisen, die aus einer Quelle entspringt, sind für die Hindus die zahlreichen Quellen heilig, die hier aus einer Felswand hervorsprudeln. Beide Religionen leben hier friedlich miteinander und ehren ihre Heiligtümer. Aufgrund der Quellen und der Flamme wird Muktinath nachgesagt, alle Elemente der Welt zu vereinen, nämlich Feuer, Wasser, Luft und Erde.

File 257Der Tempelbezirk ist von einer weißen Mauer umgeben und besteht aus verschiedenen Gebäuden. In dem südlich gelegenen buddhistische Tempel Mebar Lhakang Gompa, der auch als Jwala Mai Tempel bekannt ist, ist die kleine Flamme zu besichtigen. Ganz in der Nähe findet man eine gewaltige Gebetsmühle. Dann gibt es noch die beiden hinduistischen Tempel, von denen einer zu Shivas Ehren erbaut wurde. Bei der Vishnu Lokheswara Pagode entspringen 108 Quellen aus bronzenen Tierköpfen, die eisig kaltes Wasser führen. Aber auch von den teils sehr frostigen Wassertemperaturen lassen sich religiöse Pilger nicht davon abhalten, ein heiliges Bad zu nehmen.

File 284Nicht nur buddhistische und hinduistische Pilger aus Indien und Nepal kommen heutzutage nach Muktinath, sondern auch viele Trekkingreisende. Denn hier beginnt der Aufstieg zum Thorong La Pass, der ins Manag-Tal führt. Seit ein paar Jahren gibt es eine gute Straße nach Muktinath, was den Zugang zu dem Bergdorf in einer Höhe von 3700 Meter deutlich erleichtert hat. Einige Urlauber reisen auch mit dem Helikopter an.